Kirche Langenleuba-Niederhain
Logo Zufi

Zuständigkeitsfinder
in Thüringen

Die Kirche, welche ziemlich in der Mitte des langen Dorfes liegt, war im Papsttum eine dem heil. Nicolaus gewidmete Kapelle und wird in alten Schieden, die Mittelkirche genannt, weil es, außer der Kirche zu Oberhain, Kirche Niederhainauch noch eine beim Rittergut stehende Allerheiligenkapelle gab, die 1648 abgetragen und auf deren Platz ein Pferdestall gebaut worden sein soll. Der Pfarrer des benachbarten Lohma, hatte in dieser Kapelle zu gewissen Zeiten, zu predigen, wofür er den Zehnten von den Feldern, nächst der Leine, zu beziehen hatte.

Die obere Seite des Dorfes war in dieselbe eingepfarrt, mußte aber die sacra in Lohma suchen. Daraus erklärt sich wohl der Umstand, daß noch jetzt ein Handgut in Langenleuba-Niederhain, bei der Lohmaer Pfarrei, zur Lehn geht.

Die abgedachte Niclaskirche, jetzt die einzige, wurde zu verschiedenen Zeiten erneuert und erweitert, wiewohl sie jetzt kaum für die gewachsene Bevölkerung, Raum genug bietet, ob sie schon noch 1796 und wieder 1808 neue Emporkirchen erhielt, die natürlich zum Lichtmangel im Inneren, nicht wenig beitragen. Auf der südlichen Emporkirche ist ein aus Marmor gefertigtes Monument bemerkenswert, welches dem Andenken des 1714 verstorbenen Johann Kuntsch gewidmet ist. Sein oben erwähnter Bruder, der Rat Dr. v. Kuntsch in Altenburg († 1724 im 85. Jahr), benutzte zu dessen Errichtung, die Hälfte eines testamentarischen Legats des Verstorbenen im Betrag von 1000 Thaler, die übrigen 500 Thaler wurden im Jahre 1720 zur Reparatur der Kirche verwendet.

Am 27. August 1733 zerschmetterte der Blitz den ohnehin alten und baufälligen Kirchturm, so daß er bis an den Kranz über den Glocken, 35 Ellen hoch abgetragen werden mußte. Die Erbauung eines neuen Turmes, nach dem Riss des Fürstlichen Baumeisters Vater in Altenburg, erfolgte im Jahre 1735. Am 13. April 1787 schlug der Blitz abermals in die Kirche, richtete am Turm und an der Schieferdachung großen Schaden an und zündete, doch wurde der Brand noch glücklich gelöscht. Das Kirchdach wurde damals und wiederholt in den Jahren 1805 und 1831 repariert. Die Orgel wurde 1742 durch den Orgelmacher Donat in Glaucha für 330 Thaler erbaut und 1805 repariert, bedarf aber jetzt dringend einer abermaligen Erneuerung und Verbesserung. Die große Lauteglocke wurde im Jahre 1686 gegossen. Die mittlere und kleine ließ 1829 der hiesige Kantor Klein auf seine Kosten, mit einem Aufwand von ungefähr 200 Thaler, umgießen und zur Herstellung eines reinen Dreiklanges bedeutend vergrößern.

Die jetzige Turmuhr, vom Uhrmacher Görgel in Altenburg gefertigt, wurde 1793 für 60 Thaler angeschafft. 1829 verehrte die Witwe des Handgutsbesitzers Elias Hertzsch, eine neue Schlagglocke dazu. Das Vermögen der Kirche ist gering. Der Kirchhof, welcher ehedem ausschließlich zum Gottesacker diente, wurde 1743 durch Hinzunahme des anstoßenden kleinen Pfarrgartens erweitert, auch die Kirchhofsmauer in den Jahren 1781, 1806 und 1825 repariert. Da jedoch der Mangel an Raum zu Begräbnisstellen immer größere Verlegenheiten herbeiführte, wurde 1767 in der Nähe des Dorfes, durch Ankauf eines Feldstückes von 400 Ellen im Quadrat für 200 Mfl., ein neuer Gottesacker angelegt. Auch dieser reicht seit geraumer Zeit nicht mehr hin, weshalb gegenwärtig eine Erweiterung desselben im Werke ist. Die Pfarrwohnung brannte am 16. Nov. 1739 ab, wurde 1740 neu erbaut und befindet sich noch in leidlichen Zustand.

Auszug aus Kirchen - Galerie des Herzogtums Sachsen-Altenburg

zurück
[Wieratal] [Verwaltung] [Öffentliche Einrichtungen] [Langenleuba-Niederhain] [Satzungen] ["Sonnenschein"] ["Purzelbaum"] [Wieratalschule] [Bücherei] [Kegelbahn] [Begegnungsstätte] [Kirche Langenleuba-Niederhain] [Kirche Lohma] [Kirche Neuenmörbitz] [Geschichte Langenleuba-Niederhain] [Ziegelheim] [Jückelberg] [Frohnsdorf] [Göpfersdorf] [Vereine im Wieratal] [Ausflugsziel] [Gewerbe im Wieratal] [Impressum]