Kirche Garbisdorf
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in Thüringen

Die alte Kirche hiesigen Orts war in den katholischen Zeiten der heiligen Katharina geweiht. Sie war, wie eine alte Nachricht besagt, im morgenländischen Stil erbaut, die Zeit der Erbauung derselben ist aber unbekannt. Sie stand der Dorfgasse näher, als die jetzige. KircheGarbisdorf

Die zwei Glocken, deren Töne aber so schwach sind, daß sie kaum von den etwas entfernten Dorfbewohnern gehört werden können, stammen noch aus der alten Kirche her. Die kleinere derselben, hat eine ganz unleserliche Inschrift. In der großen liest man in der oberen Zeile: Soli Deo gloria. Durch das Feuer floss ich, Daniel Händel in Zwickau goss mich." Auf der zweiten: Verbum Dei manet in aeternum. Caspar Förtzsch (damals Pfarrer). Diese Kirche beschenkte im Jahre 1473 Burggraf Albrecht von Leisnig. Die Schenkungsakte lautet: "Wir Albrecht Burgkgraf von Leisnig, Herr zu Rochlitz, bekennen für uns und unsere Erben und Nachkommen, in diesen festen offenen Brief und tun kund allen, die ihn sehen, hören und lesen, daß das Gotteshaus Sankt Catharinenkirchen oder die vorstehende derselbigen Kirchen und Gotteshaus in dem Dorf zu Gerbersdorf in unserem Dorf Langenleuben jährliche Zinsen haben uff den Guttern da jetzt und uffwonen und sitze Heinich Quellmalz, zinsest 6 Groschen, Tiez Mansdorf, 26 Groschen ec. Das zu Bekenntnis und Urkund haben wir oben gedachter Albrecht Burgkgraf, Herr von Rochlitz, unser Siegel vor uns und unser Erben und Erbnehmern und Nachkommen an diesen offenen Brief lassen hängen, der da gegeben ist nach Christi Geburt 1400 Jahr, danach in den 73. Jahr am Mittwoch nach S. Erbans Tag".

Diese Zinsen, die sich auf 2 Mfl. 10 Groschen belaufen, müssen jedesmal zu einem bestimmten Tag von dem hiesigen Kirchenvorsteher aus Langenleuba-Oberhain abgeholt werden, wofür er eine Entschädigung aus dem Ärar erhält.

Was die alte Kirche betrifft, so sind davon noch Überbleibsel in einer Wohnung des Dorfes zu sehen. Es ist eine Tafel oder ein Brett der Decke gewesen. Das Gemälde daran ist ein Kniender mit gen Himmel gerichtetem Blick und aufgehobenen Händen, mit der Unterschrift: "Des betreten (Bedrängten) Begier, Schleuss auf die Himmelstür". Eine zweite Tafel, wahrscheinlich von einer Emporkirche, stellt zwei arbeitende Landleute dar, welche in alter Bauerntracht, der eine in einer sogenannten roten Jacke, der andere in bloßen Ärmeln, die auf dem Feld arbeiten. Die Unterschrift ist: "Jubilate! Alle die säen mit Tränen und Leiden, kommen und bringen die Garben mit Freuden." - Der Kirchhof ist mit Lehmwänden eingeschlossen, das Dach der Kirche mit Schindeln gedeckt gewesen. Zur Lehen gehen dieser Kirche: 1) Georg Webers Garten. 2) Wolf Zscheppler, ein Stück vom Garten. 3) Thomas Rauschenbach, ein Stück Acker. 4) das Lauterhaus. Die jetzigen Besitzer dieser Stücke sind 1 und 2 Melchior Lichtenstein; das dritte Stück ist bei Melchior Veits Gütern; der Besitzer des vierten ist Karl Köhler, Tischlermeister. Die Lehen von 1, 2, 3 verschreibt das Herzog. Kreisamt zu Altenburg; die Lehngelder werden an die Kirche bezahlt. Die von 4 verschreibt der Pfarrer. Die Lehngelder werden ebenfalls an die Kirche bezahlt.

Was die jetzige, ganz neu erbaute Kirche betrifft, so ist diese in neuerem Geschmack und Stil aufgeführt und gehört mit unter die schönsten des Landes. Im Jahre 1746 wurde der Grundstein zu derselben, von dem damaligen Superint. Dr. Christian Löber zu Altenburg, feierlich gelegt und im Jahre 1747 den 1. Adventsonntag wurde sie, da der Generalsuperintendent Dr. Löber sich unwohl befand, von dem Pf. und Adjunct M. Johann Wilhelm Schmeißer zu Langenleuba-Niederhain, eingeweiht. Diese neu erbaute Kirche erhielt erst im Jahre 1815 eine ganz neue, von Johann Andreas Hesse, Orgelbauer zu Lunzenau, erbaute Orgel. Der damalige Gastwirt Abraham Kühn zu Garbisdorf gab dazu die erste Veranlassung, indem er im Jahre 1813 ein Geschenk von 20 alten Schock zur Erbauung eines Orgelwerks an die Kirche erlegte. Im Jahre 1814 wurde der Akkord mit genanntem Hess auf 280 Thaler Conv. abgeschlossen. Im Jahre 1815 machte diese kleine Gemeinde die erste Einlage nach den guten Willen eines jeden, und brachte 92 Thaler 12 Gr. zusammen, wozu der damalige Schullehrer zu Göpfersdorf, Ernst Ludwig Köhler, 2 Thaler 12 Gr., beitrug. Im September 1815 wurde die Orgel aus Lunzenau abgeholt und am 15. Dez. dess. Jahres, an einem Donnerstag, von dem damaligen Generalsuperintendent Dr. Hermann Gottfried Demme geweiht. Im Jahre 1822 wurde das Gotteshaus von Michael Mehner, Bauer und Anspanner in Garbisdorf und dessen Ehefrau, sowie von der Mutter geb. Mehners, mit einem grünsamtenes Altar- und Taufsteinkleid beschenkt. Im folgenden Jahre wurde von Sibylle Kühn, des Bauers und Anspanners auch Erbschenk- und Gastwirts Abraham Kühns Eheweihe und von Christine Veit, des Bauers und Anspanners Gottfried Veits Eheweihe, die Kanzel mit gleichem grünen Samt bekleidet. Das Filial Garbisdorf hat keinen eigenen Schullehrer, sondern die Kinder müssen nach Göpfersdorf in die Schule wandern, da der dortige Schullehrer alle kirchliche Verrichtungen hier mit zu besorgen hat und die Kirche wieder als sein Filial zu betrachten ist. Die geringen kirchlichen Geschäfte hat der Glöckner hier zu besorgen, der für seine Verrichtungen gewissen Vorzüge, wie z. B. die Nutzung des Kirchhofs an Obst und Gras, bezieht, auch erhält er jedesmal bei der Vorrechnung zu Lätare, ein Gewisses an Geld aus dem Ärar. In seinem Haus, welches das Lauterhaus genannt wird, hat der Prediger jedesmal sein Absteigequartier, was er gewöhnlich, außer Festzeiten, aller 14 Tage bedarf, da der Gottesdienst wechselt und die Parochianen gehalten sind, sich wechselweise in dasjenige Gotteshaus zu begeben, worin der Gottesdienst ordnungsgemäß gehalten wird.

Einige aufgefundene Merkwürdigkeiten diese Ortes sind folgende:
1567 Montags nach Laurentii, ist die hiesige alte Kirche des Nachts aufgebrochen und daraus der Kelch, nebst 2 Mfl. baren Geldes entwendet worden.
1633 ist die Kirche wiederum aufgebrochen und der Kelch entwendet worden.
1637 haben die Soldaten das Kirchdach aufgerissen und die Fenster zerbrochen.
1640 wurden die Kirchenfenster von den Soldaten eingeschlagen.
1659 wurde die neue Kanzel in der alten Kirche von Meister Christoph Hiller aus Callenberg angestrichen, gemalt und vergoldet, es kostete 19 NSchock 42 Groschen im Akkord
1642 den 4. Mai, Sonnabends zur Nacht, ist die alte Kirche wiederum aufgebrochen und der 1 Nößel fassende Kelch, welcher vergoldet war, und eine Patene, die zusammen 20 Thaler gekostet, desgleichen über 100 Gulden an baren Geld, meistenteils aus Acht- und Viergroschen Stücken kaiserlichen Geldes und einem Dukaten bestehend, gestohlen worden. Bald darauf hat sich der Lauter, Martin Pierling, entfernt, welcher sein Weib, seine Kinder und alles im Stich gelassen, und deshalb den Verdacht des Kirchenraubes auf sich geladen.

1738 wurde durch gewaltsamen Einbruch die Kirche aufs Neue bestohlen, dabei aber wird nur des Cymbels und des Kelchs gedacht. 1747 wurde der neue Kirchenbau vollendet. Der dabei erwähnte Maurermeister wird Brauer genannt. Die Decke fertigte Jacob Rauschenbach aus Wolperndorf.

1758 ist die Kirche durch ein Fenster aufgebrochen und das Altar- und Taufsteinkleid, aus rotem Tuch bestehend, sowie auch die Fenstervorhänge im Beichtstuhl, gestohlen worden.

Auszug aus Kirchen - Galerie des Herzogtums Sachsen-Altenburg

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