Kirche Frohnsdorf
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in Thüringen

KircheFrohnsdorf 2
Kirche Frohnsdorf Fernansicht

Durch das in die Länge gebaute Dorf Frohnsdorf, zieht sich ein Bach, welcher unterhalb des Dorfes von der durch fruchtbare Wiesen sich schlängelnden Wiera aufgenommen wird. Schon aus der Ferne begrüßt den Wanderer die von Grund aus neue Kirche, welche die Gemeinde in diesen Jahren durch den jungen, ebenso geschickten und kunsterfahrenen, als uneigennützigen Maurermeister August Späte aus Langenleuba-Niederhain, erbauen ließ. Die Gemeinde ging bei diesem wichtigen und kostspieligen Unternehmen von der verständigen und empfehlungswürdigen Ansicht aus, daß die gewöhnlichen sogenannten wohlfeilen und durch Mindergebote herabgedrückten Akkorde, immer in den schädlichen Folgen die teuersten und verderblichsten sind, daher sie keinen Mitbewerber zuließ. Sie wird es gewiß nie bereuen, vielmehr durch das herrlich gelungene Werk, ihre Ansicht gerechtfertigt finden. Der würdevolle, steinerne Turm an der Vorderseite des Dorfes die treffliche, von dem längstbewährten Orgelbauer Böhme in Zeitz und dessen kunstfertigem Gehilfen Winter gefertigte Orgel mit 2 Manualen, die von dem Glockengießer Hann in Gera gegossen und wohlgelungenen 3 Glocken, im reinsten Akkorde zusammenstimmend, Altar und Taufstein von Marmor aus Wildenfels, die einfachen inneren Verzierungen, vorzüglich an der Kanzel, die heilige Abendmahlgruppe auf dem Altar, Jesus unter den Zwölfen, von dem sinnreichen Tischler Gleitsmann aus Langenleuba-Niederhain, einem geborenen Frohnsdorfer, ausdrucksvoll aus einem Holzstück geschnitten, die kostbaren heiligen Gefäße, Geschenk des Herrn Kirchenpatrons - Alles schließt sich so befreundet aneinander, daß diese Kirche eine der schönsten im Lande genannt werden darf.
Zur Nachahmung für andere Gemeinden sei hier gesagt, daß die 2 Dörfer von 600 und einigen Seelen, welche das schwere Vorhaben ohne alle Unterstützung aus dem Kirchenärar oder anderen Hilfsquellen ausführen mußten, auf Anordnung der Kircheninspektion, 5 Jahre vorher jährlich 1000 Thaler einlegten und an die Landesbank als Darlehn zahlten, wodurch sie ein schon ansehnliches Kapital mit Zinsen zum Anfang erhielten, somit sich eine große Erleichterung verschafften und nicht zu borgen nötig hatten. Dadurch besonders auch blieb die Stimmung der Gemeinde so freundlich, der Eifer für den gewünschten Kirchenbau so feurig, daß in den 4 Baujahren nicht ein Prozeß und ebenso wenig Familienhader aufloderte. Ein gewiß seltener Fall, wert den spätesten Nachkommen bekannt zu bleiben! Auch übernahmen die Begüterten fast alle Lasten, daher einzelne 300 bis 600 Thaler beizusteuern hatten. Einer sogar über 1000 Thaler. Dennoch fehlte es nicht an Geschenken zur inneren Ausschmückung. Der alte, nun verstorbene Gutsbesitzer und Erbschenkwirt in Ulmsdorf, Gottfried Trenkmann, schenkte den marmornen Taufstein mit zinnerner Taufschüssel, der unverehelichte Joh. Adam Heinig in Ulmsdorf Leuchter, Kruzifix und die erwähnte Abendmahlgruppe für den Altar. Als ein schönes Zeugnis christlicher Verbrüderung, darf den Nachkommen nicht verschwiegen bleiben, daß die Gemeinden der Umgebung, selbst das königlich-sächsischen Ziegelheim und Meusdorf, gleichsam wetteiferten, den Bau durch unentgeltliche Fuhren zu beschleunigen und zu erleichtern. Die Gemeinde Garbisdorf, Filiale von Woperndorf, trat uns mit dem freundlichsten Sinne, während der 4 Baujahre, ihre Kirche zu freiem Gebrauche ab. Am 24. Mai 1835 zog die Gemeinde mit würdigster Feierlichkeit und tiefer Rührung bei Choralmusik nach Garbisdorf und wurde auf halbem Wege von dieser Gemeinde mit gleicher Musik empfangen, von dem Pfarrer Heinicke in einer Anrede begrüßt und darauf in schöngeordnetem Zuge in die Nachbarkirche eingeführt. Den Sonntag vorher wurde die letzte Gottesfeier mit Abendmahl in Frohnsdorf gehalten.

Ein unvergeßlicher Tag! Am 18. August 1835 legte der regierende Landesherr, Joseph, Herzog von Sachsen-Altenburg, den Grundstein und wohnte der Feierlichkeit mit der ganzen Familie bei. Die erhabene Landesmutter beschenkte die neue Kirche mit einem Blitzableiter. Am 15. September 1839 wurde die Abschiedspredigt in Garbisdorf gehalten und am 18. September 1839 die neue Kirche mit möglichster Festlichkeit eingeweiht. Eine schöne steinerne, mit Platten belegte Mauer, umgibt die Kirche und den Gottesacker. Die alte Kirche, welche noch so fest war, daß ihre Mauern niedergeschraubt werden mußten, hatte unstreitig ein überaus hohes Alter. Die große, nun eingeschmolzene Glocke trug die Jahreszahl 1400. Auf einer Emporkirche, an einer aus einem ganzen Baumstamm bestehenden Sitzbank, stand 1306. Auf dem alten Uhrwerk war zu sehen: renoviert von Oberländer in Crimmitschau 1578.

Auszug aus Kirchen - Galerie des Herzogtums Sachsen-Altenburg

Kirche Frohnsdorf Innenansicht Altar
Kirche Frohnsdorf Taufstein
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