Geschichte Langenleuba-Niederhain
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in Thüringen

Langenleuba-Niederhain gehört zu den ältesten, größten und bedeutensten Siedlungen des Gebietes. Das tatsächliche Alter aber lässt sich heute nicht mehr genau feststellen. Die erste urkundliche Erwähnung Langenleuba-Niederhains erfolgte sogar erst im Jahre 1290 in der Urkunde der Vögte von Weida. Die Bezeichnung des Ortes lautete damals “Longa luben”.

An Niederhain grenzt der Leinawald mit seinen Sehenswürdigkeiten. Der Wald in seiner gesamten Schönheit lädt zu jeder Jahreszeit zum Wandern und Verweilen ein.

Zu Langenleuba-Niederhain gehören die Ortsteile Beiern, Boderitz, Buscha, Lohma, Neuenmörbitz, Schömbach und Zschernichen.

Schlosseingang

Im Ortszentrum von Langenleuba-Niederhain steht das von 1707-1711 als Vierflügelanlage mit 121 Außenfenstern sagenumwobene “halbe Schloss”, dessen schlechter Bauzustand eine Besichtigung nicht möglich macht. Halbe Schloss.pspAls Barockb au mit Dekorati onen im Regence-Stil und mit Elementen der Spätrenaissance wurde der Südflügel 1838 aus unbekannten Gründen abgerissen. Der Sage nach sollte erst einen Schatz beherbergen. Es ist auch noch ein Teil der dem Schloss gegenüberliegenden Rittergutanlage vorhanden, die teilweise noch bewohnt ist. Der auf der anderen Seite des Rittergutes befindliche Dorfteich mit seiner Insel fügt sich harmonisch ins Dorfbild ein. Im Dorfzentrum befinden sich interessante Villen und Fachwerkhäuser.

Die evangelisch-lutherische Nicolaikirche von Langenleuba-Niederhain ist eine romanische Anlage aus dem 12. Jahrhundert. Das Langhaus wurde Ende des 16.Jahrhunderts angebaut. Die Anbauten für die Empore sowie der Eingang auf der Nordseite stammen aus dem 18. Jahrhundert. Die Ladegast-Orgel und das Kirchengestühl wurden anlässlich einer Renovierung im Jahre 1903 eingebaut. Der 1866 aufgestellte Taufstein stammt vom Bildhauer Johann Gottlob Gleitsmann aus Langenleuba-Niederhain. Besonders sehenswert sind der reichverzierte Altar und der vor ihm schwebende Renaissanceengel, der um 1580 entstanden ist. Die Kirche besitzt drei Glocken. Während des 2. Weltkrieges wurden die beiden größeren eingeschmolzen. die noch vorhandene kleine Bronzeglocke stammt aus dem Jahre 1829. Die große und die mittlere Glocke wurden in Morgenröthe (Erzgebirge) aus Hartguß neu gegossen und am 27. Juli 1954 erstmals eingeläutet.

Erinnerungen an die Teich- und Rosenfeste in Langenleuba-Niederhain

Langenleuba-Niederhain ist ein recht schön gelegener Ort im Wieratal und grenzt unmittelbar an den Leinawald, dem größten und bekanntesten Forst im Altenburger Land. Unmittelbar am Ortsausgang in Richtung LangenleubaOberhain, befindet sich auch heute wieder die Landesgrenze zwischen den Freistaaten Sachsen und Thüringen.Teich Niederhain.psp

 

Der in der Ortsmitte gelegene Dorfteich wurde im Jahr 1960 erstmalig wieder geschlämmt und die kleine Teichinsel neu angelegt und bepflanzt. Viele bunte Enten und zeitweise sogar ein Schwanenpaar mit Jungen geben dem Dorf ein recht harmonisches, idyllisches Bild.

Anfang der 60er Jahr wurden zur Verschönerung dieser Teichanlage, die von hohen Kastanienbäumen und anderen Laubbäumen umgeben ist, beiderseitig des um den Teich verlaufenden Weges Rosenrabatten angelegt. Diese Rabatten wurden von der seinerzeit bereits 72 Jahre alten Niederhainer Bürgerin Ida Stiegler, Oma von Frank Stiegler, Lgl.Niederhain, Gartenstraße, die selbst ein kleines Haus mit rückwärtigem Ausblick auf die Teichanlage (heute jedoch abgerissen und Standort des Wohnhauses von Thomas Barth, Hauptstraße 3) ihr eigen nennen konnte und einigen anderen Frauen der damaligen DFD-Ortsgruppe liebevoll gehegt und gepflegt.

Eben diese im Sommer so üppig blühenden Rosen am Teich waren es, die den in den  60er und 70er Jahren in Lgl.-Niederhain stattgefundenen, bei Jung und Alt, aus fern und nah beliebten „Teich- und Rosenfesten" ihren Namen gaben.

So fand im Jahr 1963 das 1. Teich- und Rosenfest im Ort statt. War dieses Fest im Jahr 1963 noch etwas bescheiden, so war man im Jahr 1964 mit der Vorbereitung und Ausgestaltung des in der Zeit vom 13.-16.08.1964 stattgefundenen Festes schon wesentlich geübter und stellte sich auf die vielen Besucher ein.

Ein abwechslungsreiches Programm sorgte auf dem Festplatz in der Mitte des festlich geschmückten Ortes für die nötige Unterhaltung und Stimmung der ca. 5.300 Festbesucher. Diese waren größtenteils mit Sonderbussen nach Langenleuba-Niederhain aber auch mit Fahrrädern gekommen.

Die Niederhainer Bürger selbst waren es, die viele Veranstaltungen gestalteten und inszenierten. So wirkten zum Beispiel der Fanfarenzug der Jungen Pioniere, eine Unterhaltungskapelle im Festzelt, der Dorfchronist Karl Heimer sowie die Motorradfreunde des Ortes und zahlreiche andere Bürger bei der Schmückung des Ortes und der Programmgestaltung mit. Auch die sportlichen Darbietungen sprachen sehr an, so die der Judosportler von der Deutschen Volkspolizei aus Altenburg und die der Geräteturner aus Lunzenau, zu denen auch der Niederhainer Christoph Gräfe, der leider verstorbene Ehemann von Christa Gräfe, Kleine Seite 6, gehörte. Auf dem von blühenden Rosen umrahmten Teich herrschte bei wunderbarem Wetter ein reger Gondelbetrieb. Besondere Freude dabei erregte das Wasserrad, welches von dem ortsansässigen Schmiedemeister Oskar Schneiderheinze, dem Opa von Steffi Pohtz, Altenburger Straße 2, gebaut und gespendet wurde.

Die festlichen Tage, von denen alle Besucher und Gäste hell begeistert waren, fanden am Sonntagabend mit einem großen Feuerwerk, das auf der Teichinsel abgefeuert wurde, ihren Höhepunkt und gleichzeitigen Abschluss.

Auch im Jahr 1965 liefen in Langenleuba-Niederhain die Vorbereitungen für das Rosenfest, welches im Monat August, gefeiert wurde, wieder auf Hochtouren. Durch den regen Zuspruch der Bevölkerung zum Rosenfest wurde in der Gemeinde ein Festausschuss gegründet und festgelegt dass die vorgesehenen Veranstaltungen nunmehr von Freitag bis Montag durchgeführt werden, wobei der Montagabend nur für die einheimische Bevölkerung gedacht war.
Im Jahr 1965 wurde auf dem Festplatz in der Ortsmitte sogar ein großes Bierzelt aufgestellt. Eine Gulaschkanone sowie die Verkaufsstellen von Konsum und HO des Ortes sorgten für das übrige leibliche Wohl und hatten für das Fest sogar noch einige Raritäten parat. Frau Hermine Müller von der HO Verkaufsstelle am Teich war für derartige Überraschungen besonders gut bekannt und sehr geschätzt. Die Festveranstaltungen im Jahr 1965 wurden mit dem Programm "Tanz im Wandel der Zeiten" in der Konsumgaststätte (Kießhauerscher Gasthof) eröffnet. Weitere zahlreiche kulturelle und sportliche Veranstaltungen erfreuten die Besucher an den Festtagen. Den offiziellen Abschluss des Rosenfestes bildete wieder das am Sonntagabend am festlich illuminierten Teich stattfindende Feuerwerk. Die Niederhainer Einwohner aber trafen sich zum Ausklang des Festes am Montagabend nochmals im Bierzelt auf dem Festplatz. Es wurde nochmals tüchtig gefeiert und die Geschwister Harald und Gerhard Jacob überraschten mit ihrem Rosenfestlied. Es kamen im Jahr 1965 noch mehr Besucher und Gäste als im Vorjahr in den Ort. Nach Beendigung des Festes sprach man so von 5.500 verkauften Eintrittskarten. Selbstverständlich wurde zur Finanzierung des Festes auch Eintritt kassiert, wozu sich viele Bürger zur Verfügung stellten. Außerdem wurde alljährlich ein Teil der notwendigen finanziellen Mittel durch eine große Tombola und Spenden von ortsansässigen Handwerkern und Betrieben aufgebracht. Aber trotz aller Feierlichkeiten gingen die Arbeiten auf den Erntefeldern der LPG ohne Unterbrechung weiter.

Auch im Monat Juli 1966 wurde in LangenleubaNiederhain wieder das beliebte Teich und Rosenfest, nun bereits schon das 4. Fest, gefeiert.

Im Jahr 1967 kamen wieder rund 5.000 Besucher zum Teich und Rosenfest nach LangenleubaNiederhain.

Den Besuchern wurde an den Festtagen wieder ein sehr umfangreiches Kulturprogramm geboten. Ein von der Gastspieldirektion gestaltetes Programm, ein Bezirksmeisterschaftslauf, eine Aufführung der Puppenbühne für die Kinder, ein Boxvergleichskampf, Tanz für Jung und Alt sowie Karussells für Groß und Klein gehörten zur Unterhaltung der Gäste. In den Abendstunden wurde das Dorf im Zentrum rund um den Festplatz am Teich zum regelrechten Lichtermeer und so bot sich eine herrliche Kulisse für das Feuerwerk, welches wieder der Höhepunkt und Abschluss des Festes war. In den folgenden Jahren wurden diese Teich und Rosenfeste immer attraktiver gestaltet. So sorgten die vielseitigen Unterhaltungsprogramme der Konzert und Gastspieldirektion, die AutoKorsoFahrten für die Veteranen des Dorfes oder gar anlässlich des am 17. und 18. Juli 1971 stattgefundenen Teich und Rosenfestes die bekannten Hochseilartisten "Geschwister Weisheit" aus Gotha für beste Abwechslung und Unterhaltung; Die "Geschwister Weisheit" spannten ihre Seile über den Festplatz in der Ortsmitte sowie über den Teich. In luftiger Höhe führten sie hier ihre akrobatischen Künste aus. Die Besucher hielten regelrecht den Atem an und waren total begeistert. Solche Leistungen sah man ja nicht live alle Tage.

Ja, das waren noch interessante und schöne Zeiten in Langenleuba-Niederhain, an die sich heute noch viele Einwohner gern erinnern. Heute aber gibt es am Teich leider keine Rosenrabatten mehr, die Pflegerin Frau Stiegler ist längst verstorben, ihr Haus ist abgerissen und es finden auch keine Teich und Rosenfeste mehr statt.

Aber zu feiern, das verstehen die Langenleuba-Niederhainer auch heute noch. Denken wir dabei nur an die beliebten Dorf - und Vereinsfeste auf dem Gelände des Sportplatzes, an die Faschingsveranstaltungen in der Straßenschänke oder die Veranstaltungen der Feuerwehr.

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